Bönitz – SV Diana Haida 3:1 (1:0)

Am Sonntag, dem 06.05.2001 fand auf dem Bönitzer Sportplatz des Kellerduell zwischen dem Tabellenletzen, Bönitz (12 Punkte) und dem Vorletzen, SV Diana Haida (14 Punkte), statt. Nachdem Bönitz -wider Erwarten vieler “Experten”- in den letzen drei Spielen durch Siege gegen Elsterwerda, Falkenberg II und Herzberg wieder den Anschluss zu den anderen Abstiegskandidaten in der Tabelle herstellen konnte und nun sogar die Möglichkeit bestand, die Gäste durch einen weiteren Sieg hinter sich zu lassen, war die Motivation natürlich entsprechend gross. Aufgrund der Tabellensituation dürfte sich der Motivationsfaktor auf Haidaer Seite jedoch durchaus auf vergleichbar hohem Niveau bewegt haben.

Das Spiel begann mit stark offensiv agierenden Gastgebern. Das sollte belohnt werden. Bereits in der 3. Minute führte eine tief von rechts hereingebrachte Flanke von L. Hentschel zum 1:0. Dabei sah der Haidaer Libero nicht besonders gut aus. Beim Versuch den Ball vor den in der Mitte lauernden mitgelaufenen Bönitzer Spielen zur Ecke zu klären, grätschte er das Leder sauber ins rechte untere Eck des eigenen Tores.

Einen besseren Auftakt konnte man sich aus Bönitzer Sicht natürlich nicht wünschen. Jedoch blieb es vorerst bei deren Bemühungen, noch ein Tor nachzulegen. Unter anderem vergab M. Wolf eine Großchance, nachdem er im Anschluss an ein schön anzusehenes Dribbling von der Mittellinie bis zur Strafraumgrenze den Ball knapp über das Tor schlenzte. Aber auch die Gäste kamen im weiteren Verlauf der 1. Halbzeit dem gegnerischen Tor oft gefährlich nahe und erspielten sich die eine oder andere Chance, ohne jedoch ihre Bemühungen durch ein Tor zu krönen. Es blieb schliesslich beim 1:0 zur Pause.

Nach dem Seitenwechsel erwartete die vor allem aus Haida zahlreich mitgereisten Fans zunächst ein unverändertes Bild. Beide Mannschaften lieferten sich einen offenen Schlagabtausch, durch welchen sich mehrere Chancen ergaben – ohne verwertet zu werden. Ab der 55. Minute jedoch, begannen die Gäste, auch begünstigt durch die nun teilweise stark schwimmende Bönitzer Abwehr, mehr und mehr Oberwasser zu bekommen. Besonders die sich nun häufenden Haider Ecken bereiteten den Bönitzer Abwehrspielern oft *Kopfzerbrechen*, nachdem die Gäste besonders bei hohen Bällen die Oberhand behielten.

In der 65. Minute schliesslich ereignete sich eine wahrhaft kuriose Szene. Nachdem es dem Rechtsaussen der Gastgeber, R. Zocher, nur durch ein Tekkling im Strafraum gelungen war, einen Haidaer Stürmer zu stoppen und den Ball zur Ecke wegzuspitzeln, ertönte plötzlich der Pfiff des Schiedsrichters – elf Meter. Sofort wurden lautstarke Proteste der Gastgeber laut, durch welche sich der Schiedsrichter freilich nicht beirren liess. Plötzlich schaltete sich jedoch der Linienrichter ein und bewegte sich auf den Schiri zu. Nach einer kurzen Absprache zeigte der Schiedsrichter zur Eckfahne. Nun erfasste eine erneute Protestwelle die Bönitzer Sportstätte, welche jedoch die vorangegangene um einige Dezibel übertönt haben dürfte – vor allem der Haidaer Fanblock stand Kopf.

Nachdem sich die Wogen allmählich geglättet hatten fand Bönitz endlich wieder zu seinem Spiel zurück und so gelang es L. Hentschel, welcher in die Spitze gestartet und mustergültig von T. Wenzel von halb rechts in Szene gesetzt worden war, den Ball aus gut 5 Metern Entfernung im Tor zu versenken. Die beiden tauschten nur 2 Minuten später die Rollen – L. Hentschel bediente diesmal von halb links den zental mitgelaufenen T. Wenzel, der das Leder in Richtung Tor bewegte. Der Haidaer Torhüter war zwar noch dran, konnte den Ball jedoch nicht entscheidend abwehren – 3:0.

Das Spiel schien gelaufen, dachten sich wohl die Bönitzer als sich die Gäste in der 80. Minute einen Freistoss vor der Strafraumgrenze erkämpften. Nur gemächlich begannen die Gastgeber entsprechende Abwehrmassnahmen einzuleiten und es blieb schliesslich bei dem Vorhaben, eine ordentliche Mauer zu stellen. Der die Unentschlossenheit der Bönitzer ausnutzende Schütze, führte den Freistoss schnell aus und zimmerte das Leder, an der ein-Mann Mauer vorbei, knapp unter die Latte des gegnerischen Tores.

Nach dieser Aktion kamen die Gäste noch einmal ins Spiel, konnten jedoch nicht weiter verkürzen. Es blieb beim 3:1.

Für die Bönitzer ist es nun tatsächlich möglich, vom über lange Zeit hinweg für fast nicht mehr realisierbar erachteten Klassenerhalt zu träumen. Es bleibt zu hoffen, dass die positive Energie, welche der Mannschafft derzeit eingeimpft zu sein scheint, und vor allem der wiedergewonnene Kampfgeist, in den letzten Spielen der Saison nicht abhanden kommen.

Christian Hoffmann

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